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Die Leichtathletik-Europameisterschaft in Amsterdam mit einem bisschen „Hanauer“ Bezug

Schon lange stand für mich fest nach Amsterdam zur Leichtathletik EM zu fahren.Von Frankfurt aus ist man mit dem ICE bequem und ohne umzusteigen in ca. 4 Stunden dort. Anfang Januar wurde eine Pension gebucht, von der aus man in 10 min zu Fuß das Olympiastadion erreichen konnte. Genau so früh wurden die Tickets gekauft und die EM in der Zeit vom 6. - 10. Juli konnte kommen. Ein Wort noch zu den Preisen, die waren ggü. der  EM in Zürich vor 2 Jahren sehr moderat. Eine Tageskarte kostete 40 Euro (in Zürich betrug der Preis in der billigsten Kategorie 98 Schweizer Franken). Das alt-ehrwürdige Amsterdamer Olympiastadion (1928 eröffnet) fasst rund 22.000 Zuschauer, die Abendwettkämpfe waren immer ausverkauft.

Die Holländer waren ein lautstarkes und beifallfreudiges Publikum, an allen Tagen herrschte eine fantastische Stimmung, bei Erfolgen der holländischen Athletinnen / Athleten steigerte sich die Lautstärke in kaum vorstellbare Dimensionen. In vielen Disziplinen konnten sie das Finale erreichen, insgesamt 7 Medaillen gewinnen. Der absolute Superstar war zweifelsfrei die Siegerin über 100 m und mit der 4 x 100 m Staffel, Daphne Schippers. Wenn sie das Stadion betrat, gab's kein Halten mehr.

Aus meiner Sicht verlief die EM für die deutschen Athletinnen und Athleten erfolgreich, 16 Medaillen und zahlreiche Finalplatzierungen standen am Schluss in der Bilanz. Natürlich gab es auch die ein oder andere Enttäuschung, z.B. über 100 m und 200 m sowie 110 m Hürden Männer, hier standen vor der EM TOP-Platzierungen in der europäischen Rangliste zu Buche, dann aber wurde noch nicht mal der Endlauf erreicht, oder im Speerwurf Männer, als der Weltjahresbeste Thomas Röhler mit Platz 5 zufrieden sein musste. Aber die positiven Eindrücke überwiegen, so die Dominanz im Kugelstoßen, wo Christina Schwanitz und David Storl siegten, oder der souveräne Lauf von Gesa Felicitas Krause bei ihrem Sieg über 3000 m Hindernis, die unerwartete Goldmedaille des erst 19jährigen Max Heß im Dreisprung, oder die Bronzemedaille von Richard Ringer im 5000 m Lauf. So ein Langstreckenrennen hatte ich bisher noch nie gesehen: vier Läufer stürzten sich Brust an Brust ins Ziel, für die ersten drei wurde die Zeit von 13:40,85 min gestoppt, der vierte kam 1/100 sec. später in 13:40,86 min an.

 

An der EM  nahmen neun Athletinnen und Athleten teil, die wir auch schon bei den „Hanauern“ begrüßen konnten.

Hier sind die Namen und EM-Ergebnisse im einzelnen:

Lucas Jakubczyk, SCC Berlin / 3. mit der 4 x 100 m Staffel in 38,47 sec

Kamghe Gaba, LG Stadtwerke München / 8. mit der 4 x 400 m Staffel in 3:05,67 min

Matthias Bühler, TSG Weinheim / 5. im Halbfinale 110 m Hürden in 13,65 sec

Michal Balner, Tschechien / Qualifikation Stabhochsprung 5,35 m

Tobias Scherbarth, TSV Bayer Leverkusen / Qualifikation Stabhochsprung 5,35 m

Celine Distel-Bonnet, Frankreich / 5. mit der 4 x 100 m Staffel in 43,05 sec

Martina Strutz, Schweriner SC / 10. im Stabhochsprung mit 4,45 m

Die Teilnahme an den „Hanauern“ ist aber schon einige Jahre her, Martina Strutz z.B. gewann in Freistett 2005 das Stabhochspringen, die anderen starteten in den Jahren 2006 – 2011 bei uns.

Bei zwei Athleten muss man nicht so weit zurück schauen, ihre Starts waren 2014 bzw. 2015:

Silvan Lutz, Schweiz / 7. im Vorlauf mit der 4 x 400 m Staffel in 3:06,52 min

Tobias Dahm, VfL Sindelfingen / 7. im Kugelstoß-Finale mit 20,25 m


In Amsterdam war nicht nur Zuschauen angesagt. Am Sonntagmittag fand der „Brooks 10 km champions run“ statt, 15.000 Läuferinnen / Läufer wurden in mehreren Blocks auf die Strecke geschickt. Start und Ziel war am Rijksmuseum, einem Prachtbau aus dem Jahr 1885. Durch den Torbogen ging's direkt ins Ziel.

Einlaufen und Gymnastik gingen nicht, ich stand halt mit Hunderten weiteren Laufbegeisterten in meinem Block herum und wartete auf den Startschuss. Der ersten paar 100 m fühlten sich dann auch ungelenk und steif an, aber danach war's ein schöner Lauf durch die Stadt, viele Passagen entlang an einer der zahlreichen Grachten, ca. 3 km durch einen Park, nach 51:34 min war der Spaß vorbei.

Geschrieben von: Kurt Siehl am 03.09.2016