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Vorstoß in neue Welten - ein Wochenende der Superlative

Ja, das war es wirklich, was Ghislain Ehrhart (Gigi) und Uwe Matzkowski durchgezogen haben. Das Ganze aber nun der Reihe nach. Beginnen wir mit dem absoluten Highlight.

Gigi konnte am den L'infernal Trail des Vosges erfolgreich finishen. Der Trail ging für ihn über unglaubliche 68km mit zusätzlich noch 2800 Höhenmetern. Damit aber noch nicht genug, denn es regnete fast dauerhaft und es waren teils Hindernisse in Form von Steilwänden zu überwinden, bei denen die Sportler klettern mussten. Die Bergabstücke glichen teilweise Sturzbächen und hatten mit normalen Laufstrecken nicht wirklich viel gemein. Es war wirklich eine Veranstaltung der Superlative oder eben aber l'infernal (das Höllische). Start und Ziel war in Saint-Nabord, einem kleinen Ort in den Vogesen. Um den Anspruch der Veranstaltung noch weiter zu verdeutlichen, sollte erwähnt werden, dass der Ausrichter neben dem in Frankreich üblichen Gesundheitszeugnis bestimmtes Equipment vorgeschrieben hatte. Mitzunehmen waren eine Stirnlampe, ein aufgeladenes Mobiltelefon, ein Zusatzakku für das Telefon, eine Rettungsdecke, elastisches Tape, eine wasserdichte Jacke, ein gewisses Kontingent an Nahrung, mindestens 1L Wasser, sowie eine Trillerpfeife. Vor dem Start wurde die Ausrüstung dann auch noch kontrolliert - Wahnsinn!!!



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avant le depart - so sehen Trailer aus  Lächelnd


Um 9.00 begab sich Gigi dann auf die Strecke in ein für ihn bisher unbekanntes Abenteuer. Gut, er hatte sehr gut trainiert, u.a. mit zahlreichen Läufen von Achern hoch auf die Hornisgrinde, aber kann man solch eine Belastung überhaupt trainieren? Gigi kämpfte fortan nicht nur mit dem Regen, sondern auch mit der Strecke und sicherlich auch mit sich selbst. Vorstellungen von Kilometerzeiten, die er bisher im Flachen bei guten Bedingungen laufen konnte relativierten sich auf dieser Strecke. Er machte völlig neue Erfahrungen und kam letztendlich nach

tollen 14 Stunden und 54 Sekunden völlig durchnäßt, aber überglücklich ins Ziel. Er hatte die Hölle er- und überlebt, an einem Tag, an dem sich die Hölle von ihrer "besten" Seite zeigte. Von insgesamt 340 Finishern erreichte er einen Gesamtrang 311, was in seiner Altersklasse zu Platz 128 reichte. Gigi hat unseren SVF in Frankreich mehr als würdig vertreten und sich somit auch seine Medaille redlich verdient.


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Medaille Gigi


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68 km später.....  das Bild spricht für sich ...     Überrascht


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Gigi gut erholt>>

http://www.linfernaltrail.com



Tja, nach diesem Highlight wird vermutlich niemand mehr weiterlesen, lohnt sich aber trotzdem, denn am selben Tag wie Gigi war auch Uwe Matzkowski sportlich unterwegs, jedoch mit weitaus weniger Regen und auch mit deutlich weniger Höhenmetern und auch klettern musste Uwe nicht. Er begab sich wie jedes Jahr ins Sauerland zum P-Weg, diesmal aber nicht um die 74km zu laufen, sondern um den Marathon zu walken. Der Marathon dort war mit 40,49km etwas kürzer als die eigentliche Marathonstrecke, aber mit immerhin 1086 Höhenmetern auch nicht zu unterschätzen. Die Wege waren eine Mischung aus Asphalt und Waldwegen, also durchaus abwechslungsreich. Uwe wollte ziemlich vorne sein und nach Möglichkeit sogar gewinnen. Im sehr kleinen Starterfeld von leider nur 17 Walkern konnte Uwe aber schon einige Athleten ausmachen, die den Eindruck erweckten so etwas schon öfters gemacht zu haben und somit als Konkurrenz zu zählen und genau so sollte es dann auch kommen. Um 8.30 ging es los und schon zog ein Walker davon, Uwe natürlich hinterher. Rasch musste Uwe aber erkennen, dass es an diesem Tag kein Spaziergang werden würde, denn der Walker vor ihm brachte Uwe schon ab Kilometer 1 an seine Grenzen. In einem kurzen, aber letzten Gespräch während des Wettkampfes erklärte er, dass er den Sport leistungsmäßig schon seit 18 Jahren machen würde und auch schon einige Marathons hinter sich hatte. Diesbezüglich war Uwe ein Anfänger, denn er hatte sich im Walking lediglich über maximal 11km getestet, verfügte aber als Ultraläufer über eine hervorragende Kondition und einen extrem ausgeprägten Kampfeswillen, aber eben über keinerlei Technik. Er durfte sich genau diese Technik beim Ersten anschauen, der unaufhaltsam davonzog. Wenig später musste Uwe auch noch den Zweiten davonziehen lassen und es galt fortan wenigstens noch das Podium zu verteidigen. Die ersten Beiden waren einfach eine Klasse besser. Das Ziel Podest geriet ins Wanken, als aufgrund der mangelnden Technik ab ca. Halbmarathon auch die Kondition nachließ. Schlussendlich landete Uwe aber doch noch auf dem Podest in einer ausgezeichneten Zeit von 5:23:39. Die ersten beiden Plätze lagen aber doch bei einer Zeit von knapp unter 5 Stunden und daß bei einem Marathonwalking mit diesen Höhenmetern. Spaß gemacht hatte es aber auf jedem Fall, wenngleich auch ein Läufer anerkennen muss, dass Walking extrem anstrengend sein kann.


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Siegerehrung Uwe

www.p-weg.de

Geschrieben von: Uwe Matzkowski am 26.09.2017